Verhalten bei einem Anfall

Massnahmen und Hilfe während eines epileptischen Anfalls

Ruhe bewahren! In der Regel ist kein Eingreifen nötig und der Anfall endet nach wenigen Minuten von selbst. Ein Rettungswagen und ein Notarzt müssen aber in unklaren Situationen bei Krampfanfällen immer gerufen werden. Bei Kindern oder Jugendlichen ohne Begleitperson oder entsprechende Anordnung der Eltern in jedem Fall. Besonders wenn der Anfall länger als 5 Minuten dauert und der Grund für den Anfall unklar ist und sich dieser zum anderen wiederholen kann.

Damit es zu keinen Verletzungen und anderen Gefahren während des Krampfens kommt

Man sollte nicht versuchen, den Betroffenen festzuhalten oder ihm etwas zwischen die Zähne zu schieben. Der Betroffene entwickelt in diesem Moment so viel Kraft, dass er auch andere Menschen verletzen könnte.

Umstände, die eine Verletzungsgefahr darstellen, beachten: Zum Beispiel gefährliche Gegenstände in der Nähe abpolstern oder entfernen. Den Betroffenen aus einer Situation vor Unterkühlung oder Hitze bewahren, durch abtrocknen und zudecken oder Schatten spenden.

Atemwege schützen: Den Betroffenen nach dem Anfall möglichst in die stabile Seiten- oder Bauchlage bringen, damit kein Erbrochenes oder Speichel eingeatmet werden kann – eine solche Aspiration kann lebensbedrohlich sein und zum Ersticken führen.

Falls ein Atem- oder Herzstillstand mit einer tiefen Bewusstlosigkeit eintritt, sofort mit wiederbelebenden Massnahmen beginnen bis Hilfe kommt.

Medikamentöse Erste Hilfe

Es wird dem Betroffenen geraten, immer eine Anweisung und ein entsprechendes Medikament dabeizuhaben. Besonders wenn mehrere Anfälle kurz hintereinander erfolgen, das Gesicht blau anläuft oder die Verwirrtheit länger als 30 Minuten dauert, sind möglichst viele Informationen über den Patienten für weitere Massnahmen von grösstem Vorteil.

Diese ausführliche Anweisung und das Medikament sollte für Ersthelfer gut sichtbar sein. Das Medikament und die Anweisung sollte der Betroffene bei sich oder in der Arbeitsweste seines Epilepsie-Begleithundes mittragen.

Die medikamentöse Erste Hilfe ist für Laien nur im Einzelfall notwendig und möglich. Der Ersthelfer muss wissen, wo dieses ist und wie er damit umzugehen hat. Im Zweifelsfall immer warten, bis Hilfe eintrifft.

Die Schweizer Notrufnummer für den Rettungsdienst lautet 144.